Feuerwehr Tschagguns / Latschau (Land Vorarlberg) seit 1958

 

Tschagguns mit ihrem Teilort Latschau ist eine vom Tourismus geprägte Gemeinde in Österreich in Vorarlberg. Sie liegt im Montafon, einer Talschaft im Bezirk Bludenz.

Tschagguns liegt im Gebirgszug des "Rätikon", in den sich zwei größere Täler tief eingeschnitten haben - das Gauertal mit dem Rasafeibach (Lindauerhütte seit 1899) und das Gampadelstal mit dem Gampadelsbach (Tilisunahütte seit 1879).

 

Das Gauertal ist auch durch einen der schönsten Talabschlüsse der Westalpen bekannt - den "drei Türmen". Der höchste Berg von Tschagguns ist die Drusenfluh mit 2.835 m. Das Wahrzeichen von Tschagguns ist die Wallfahrtskirche Maria Geburt aus dem 15. Jahrhundert und ist urkundlich schon 1338 nachweisbar.

Wirtschaftlich sind zwei Zweige besonders erwähnenswert. Zum einen die Nutzung der Wasserkraft durch die VIW/VKW Gruppe (1925 Errichtung des Gampadelswerkes, 1958 Inbetriebnahme des Lünerseekraftwerkes) und zum anderen der Tourismus.

Gerade zu den Wehren Tschagguns und Latschau besteht ein besonderer Draht, feierte man hier doch im Jahre 2008 bereits das 50-jährige Bestehen der Freundschaft mit Festveranstaltungen in Deutschland und in Österreich.

1958 fassten die Führungskräfte des erst wenige Jahre zuvor gegründeten Spielmannzugs der Feuerwehr Bad Friedrichshall den Entschluss, einen Ausflug ins Montafon zu unternehmen.

Man hatte die Gemeinde Tschagguns als Ziel gewählt. Der Zufall wollte es, dass die Feuerwehr Tschagguns in dieser Zeit ihr 100-jähriges Jubiläum, und die Feuerwehr Latschau ihr 75-jähriges Jubiläum planten. Das Angebot des Spielmannszugs, das Fest mit zu gestalten, wurde mit Freuden angenommen.

Aus dieser Bekanntschaft entwickelte sich im Verlauf von inzwischen über 50 Jahren eine besondere, ehrliche Feuerwehrfreundschaft über Ländergrenzen hinweg, die selbst bei familiären Ereignissen in Freud und Leid verbunden ist. Sie wurde in einer Zeit gegründet, als es noch nicht selbstverständlich war in andere Länder zu reisen. Es war auch ungewiss, wie sich diese Bekanntschaft entwickeln würde. Verbindungen dieser Art waren in der damaligen Zeit, und sind es auch heute, recht selten.

Durch Besuche und Gegenbesuche hat sich in diesen Jahren eine feste Verbindung ergeben, die mehr und mehr gefestigt wurde. Aus dem einst kleinen Pflänzchen der Verbundenheit ist ein mächtiger Baum gewachsen, welcher schöne Früchte trägt. Menschen sind zu einer zuverlässigen Kameradschaft zusammengewachsen, die sich durch Treue und Beständigkeit auszeichnet.

Viele Kameraden aus Österreich haben die Feuerwehrleistungsabzeichen Baden-Württemberg bis hin zu Gold erworben. Im Gegenzug haben Kameraden aus Bad Friedrichshall Leistungsabzeichen des Landes Vorarlberg in Bronze und Silber im sportlichem Wettkampf errungen.

Für die Angehörigen der Jugendfeuerwehr Bad Friedrichshall war das Zeltlager in Tschagguns/Latschau im Jahr 2003 ein unvergessliches Erlebnis. Auf dem Gelände der dortigen Pfadfinder wurden die mitgebrachten Zelte aufgeschlagen.

Am ersten Augustwochenende 2008 feierte eine Abordnung aus Bad Friedrichshall mit der Feuerwehr Tschagguns deren 125-jähriges Jubiläum. Die Feuerwehr Latschau feierte an diesem Wochenende ihr 100-jähriges Jubiläum. Auch das 50-jährige Jubiläum der Freundschaft der Feuerwehren wurde dabei begangen.

Beim Kameradschaftsabend am 4. Oktober 2008 fand in Bad Friedrichshall die Gegenfeier statt. In feierlichem Rahmen wurde der 50 Jahre Freundschaft gedacht. Das denkwürdige Ereignis wurde mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Bad Friedrichshall festgehalten.

Der Abend war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte unserer kameradschaftlichen Verbundenheit. Ein besonderer Wunsch ist, dass die Freundschaft unserer Wehren auch in der beginnenden dritten Generation bestehen bleibt und weiter gedeiht. Es wird hauptsächlich an den jungen Feuerwehrleuten liegen, die besondere Partnerschaft zu pflegen und zu erhalten.

Weitere Begegnungen waren bei den Jubiläumsfeierlichkeiten anl. des 150-jährigen Jubiläums unserer Feuerwehr und bei der Verabschiedung von Kurt Semen als Kommandant und der Amtseinsetzung seines Nachfolgers, Marcel Vogt.